Reisebericht von Hans Friedrich: Travel Delight Freeride Camp Georgien 2018
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Einmal mehr hat es mich in diesem Winter mit Travel Delight nach Georgien zum Freeriden, in das Kaukasus Gebirge, verschlagen. Neben Tiefschneeabfahrten sind wir natürlich auch die Berge hoch gelaufen. Ehrlich gesagt hätte ich bis vor zwei Jahren nie gedacht, das es mir gefallen könnte bei minusgraden, bepackt mit einem Snowboard, einen Berg hoch zu stapfen. Aber es ist ein wirklich interessantes Gefühl, mit einer Gruppe von Leuten, einen Berg zu besteigen und dabei doch für sich alleine zu laufen. Ich habe mir lange nicht mehr so viel Zeit für mich selber genommen und war doch mit Freunden unterwegs. Hier findet ihr die für mich interessantesten und schönsten Momente von unserer Reise:
Fotos & Text: Hans Friedrich / 20zollmedia.com
- Die Georgische Heerstasse ist 213 Kilometer lang und durchquert das Gebirge zwischen Russland und Georgien. 20cm tiefe Schlaglöcher und kilometerlange LKW Staus sind hier keine Seltenheit.
- Unsere Heimat für zwei Wochen war der kleine Ort Gudauri. Er liegt 120 Kilometer von der georgischen Hauptstadt Tiflis entfernt auf 2196 m an der Heerstraße im Großen Kaukasus.
- Am dritten Tag haben wir gleich mal einen Aufstieg, in Begleitung eines russischen Bergführers, gewagt.
- Irgendwie hatte es etwas surreales durch diese Mondlandschaft zu laufen. Unweigerlich fragte ich mich, wie es sich wohl anfühlt, oder wie verrückt man sein muss, um z.B. den 8.848m hohen Mount Everest zu besteigen.
- So ein Aufstieg kann einen auch an seine Grenzen bringen.
- Ganz wichtig: Freunde mit denen man so ein Erlebnis teilen kann.
- Unser Bergführer ist immer voran gelaufen um zu prüfen ob die Schneedecke sicher ist und wir in keine Lawine geraten.
- Drei Stunden hoch laufen um dann 10 Minuten den Berg wieder runter zu fahren. Die Menschen machen schon komische Sachen um dem Alltag zu entfliehen.
- Aber es lohnt sich. Unten angekommen hat wirklich jeder ein Lächeln im Gesicht.
- Springen im Tiefschnee.
- Mike verhandelt mit einem Taxifahrer.
- Taxi fahren ist in Georgien ein kleines Abenteuer. Neben dem Fahrstil der Fahrer, sind auch die Taxi’s sehr abenteuerlich.
- Bei diesem alten Lada konnte man direkt in den Motor gucken, er ist nicht schneller gefahren als 60km/h und das Licht hat auch nicht funktioniert….
- ….Natürlich ist ausgerechnet mein Snowboard in einem stockfinsteren Tunnel vom Dach gefallen. Zum Glück hat jedes Handy mittlerweile eine Taschenlampe und damit haben wir das Board schnell wiedergefunden.
- Zu Beginn eines Essens wird in Georgien der Tamada aka Tischmeister gekürt. Er lenkt den Abend, sagt Trinksprüche auf und kümmert sich, dass am Ende des Abends alle schön beschwipst sind.
- Getrunken wird neben Wein meist Tschatscha. Tschatscha wird oft in Schwarzbrennereien aus Wein, Feigen oder Maulbeeren gebrannt. Oft liegt der Alkoholgehalt bei 50 bis 60% und wird deshalb vor dem Trinken mit Wasser verdünnt. Das haben wir aber erst relativ spät rausgefunden und den Tschatscha immer schön unverdünnt getrunken.
- Interessant sind die georgischen Späti’s. Oft leben die Betreiber in den Autos dahinter. Angeboten wird eigentlich immer dasselbe: selbst gemachter Wein in Plastikflaschen, Tschatscha, Granatäpfel, Mandarinen und Churchkhela. Umgangssprachlich werden Churchkhela als „Georgische Snickers“ bezeichnet. Dazu werden Walnüsse auf eine Schnur gereiht und sooft in einen angedickten Traubensaft getunkt, bis sich eine gute Schicht über den Nüssen befindet. Kraftfutter für anstrengende Aufstiege.
- An einem anderen Tag sind wir 800 Höhenmeter zum Kloster Lomisa, südwestlich von Gudauri, auf einem Bergkamm an der Grenze zu Südossetien hochgelaufen.
- Das Kloster auf 2.450 Metern ist ausschließlich zu Fuss erreichbar….
- …Über Jahrhunderte hinweg haben es die Mönche erbaut, indem sie Stein für Stein den Berg hinauf getragen haben – um Buße zu tun und sich ins Gebet zu vertiefen. Beeindruckend.
- Liesschen kämpft sich, trotz Erkältung, den Berg hoch.
- Auf halber Strecke haben wir eine kleine Pause eingelegt, um etwas warmen Tee zu trinken und ein paar Riegel zu essen.
- Während unseres Aufstieges sind mehrere Wolken über uns hinweg gezogen. Natürlich ist man als Fotograf immer der letzte in der Reihe und so habe ich mir wirklich Sorgen gemacht, ob ich noch auf dem richtigen Weg bin. Als dann dieses Kreuz vor meiner Nase auftauchte, wusste ich, dass ich bald da bin.
- In dem Kloster leben vier Mönche und ein paar dicke Katzen. Sie bewohnen eine kleine, vielleicht 40 Quadratmeter große Bretterbude neben der steinernen Basilika.
- Auch wenn keiner von uns georgisch und die Mönche kein englisch sprachen, konnten wir uns mit Händen und Füßen verständigen. Die Mönche sind Besuch gewöhnt und bieten gerne Tee sowie Gebäck an. Wer jetzt denkt das die Mönche den ganzen Tag nur beten, irrt sich. Natürlich haben die Jungs neue Smartphones, mit denen sie während unserer Anwesenheit auch die ganze Zeit hantiert haben.
- Die Abfahrt vom Lomisa Kloster.
- Besonders wenn eine Lawine abgeht, ist die Ausrüstung beim Freeriden überlebenswichtig…
- …Vor jedem Aufstieg und jeder Abfahrt ist es wichtig zu prüfen, ob man alles dabei hat und auch funktioniert.
- Neben Skistöcke, Wasser und kleinen Snacks sieht die Packliste bei dem meisten Freeridern wie folgt aus: Lawinenverschüttetensuchgerät (LVS-Gerät), Schaufel, Sonde und Lawinenrucksack.
- Das Denkmal der Freundschaft Sowjetischer Völker. Die russisch-georgischen Beziehungen sind angespannt. Bis heute betrachten die nördlichen Nachbarn das kleine Georgien, das so groß ist wie Bayern, als ihr Einflussgebiet. Joseph Stalin war übrigens gebürtiger Georgier.
- Man on the Moon
- Essen ist ein ein ganz wichtiges Thema in Georgien. An einem Abend haben wir Ketino besucht und wir durften mit ihr kochen, singen, tanzen, Tschatscha trinken und natürlich essen.
- Ein Supra bezeichnet ein georgisches Festessen. Dabei werden Speisen im Überfluss serviert. Allerdings zum Unterschied von Europa gibt es keine Portionen pro Person oder ein Buffet, sondern die Speisen werden in die Mitte des Tisches gestellt und die Gäste bedienen sich nach Herzenslust. So hat man die Möglichkeit richtig schön zuzunehmen und leicht alle Arten von Speisen durchzuprobieren.
- Kochutensilien. Im Laufe des Abends wurden wir gebeten beim Kochen zu helfen.
- Gemacht haben wir die gefüllten Teigtaschen Chipkali. Diese sind eine der wichtigsten Spezialitäten der georgischen Küche.
- Chinkali sind vom Prinzip her ähnlich wie Maultaschen, gefüllt mit Hackfleisch. Vom Geschmack her aber einzigartig.
- Eins der für mich stärksten Bilder von dieser Reise. Endstanden ist es bei einem kurzen Aufstieg mitten im Skigebiet in Gudauri.
- Auf Wiedersehen wunderbares Georgien! Ich hoffe, ich schaffe es auch im nächsten Jahr dich wieder zu besuchen.








































